Unsere Stillreise: Eigentlich war das gar nicht der Plan
Wenn wir ehrlich sind: Eine lange Stillreise stand bei uns nie auf dem Programm. Alexandra wollte stillen, damit unser Stöpsel das Kolostrum bekommt, diese kleine Wundertüte voller Abwehrstoffe. Danach sollte abgepumpt und die Flasche gegeben werden. Klingt nach einem soliden Plan, oder? Tja. Das Leben hat bekanntlich andere Pläne, und unser Stöpsel hatte sowieso einen eigenen Kopf.
Die ersten vier Wochen: Achterbahn ohne Sicherheitsbügel
Die ersten Wochen unserer Stillreise waren eine reine Achterbahnfahrt, und zwar die Sorte, bei der man schon beim Einsteigen merkt, dass das keine gute Idee war. Alexandra hat gestillt, und zwar mit starken Schmerzen. Stillhütchen haben ein wenig Abhilfe geschaffen, wirklich besser wurde es aber nicht.
Dann kam die nächste Erkenntnis: Die Milchproduktion hatte nachgelassen, unser Stöpsel hatte aber trotzdem ständig Hunger. Also haben wir mit Flaschennahrung zugefüttert. Um die Milchproduktion besser in den Griff zu bekommen, hat Alexandra dann eine Woche lang nur abgepumpt, und unser Stöpsel bekam ausschließlich die Flasche.
Und hier kommt der Moment, der uns heute noch zum Schmunzeln bringt: Die Zubereitung der Flaschennahrung dauert nun mal ein bisschen. Unser Stöpsel hatte für so etwas wie Geduld leider überhaupt keinen Sinn. Hunger? Jetzt! Also wurde kurzerhand einfach schnell gestillt. Und siehe da: Es hat super funktioniert. Durch die Abpumppause hatte sich alles erholen können, und die Schmerzen waren Geschichte. Unsere Stillreise konnte also doch noch Fahrt aufnehmen.
Von der Notlösung zur Herzensangelegenheit
Danach wurde das Stillen zu etwas richtig Schönem. Eine Verbindung zwischen Mama und Kind, die Alexandra sehr genossen hat. Anfangs gab es weiterhin zu großen Teilen Flaschennahrung und das Stillen on top. Stück für Stück wurden die Mengen der Flaschennahrung aber weniger, bis Alexandra unseren Stöpsel schließlich komplett mit Muttermilch ernähren konnte. Dieses Kapitel unserer Stillreise war ein echtes Highlight.
Und dann kam der ganz pragmatische Vorteil: Gerade wenn wir zu Hause waren, war es einfach viel entspannter, unseren Stöpsel direkt anzulegen. Kein Abpumpen, keine Flasche vorbereiten, kein Hungergebrüll im Hintergrund, während das Wasser noch abkühlt. Das hat unsere Stillreise im Alltag deutlich leichter gemacht.
Unterwegs: Nicht jede Bühne ist die richtige
Mit dem Stillen in der Öffentlichkeit konnte sich Alexandra nie anfreunden. Wenn wir unterwegs waren, hat sie vorher abgestillt und wir haben die Flasche gegeben, oder wir hatten einfach Flaschennahrung dabei. Problem gelöst, Stöpsel satt, Mama entspannt. Auch das gehört für uns zu einer ehrlichen Stillreise.
Plot Twist: Unser Stöpsel sagt Nein zur Flasche
Mit ungefähr vier Monaten kam der nächste Twist in unserer Stillreise: Unser Stöpsel wollte plötzlich keine Flasche mehr. Einfach so, ohne Vorwarnung und ohne Diskussionsrunde. Gerade für Raphael war das ein kleiner Wermutstropfen, denn bei der Flasche konnte er bei der Ernährung ein Stück weit unterstützen. Aber unser Stöpsel hatte daran schlicht keinen Gefallen mehr gefunden.
Ideal war das nicht, vor allem für unterwegs, denn damit war uns genau die Möglichkeit genommen, die wir bisher genutzt hatten. Aber ehrlich gesagt war das danach gar nicht mehr groß ein Thema. Und das Stillen in der Öffentlichkeit haben wir auch irgendwie hinbekommen und umschifft, ganz ohne Drama. Auch dieses Kapitel unserer Stillreise haben wir gemeistert.
Unser wichtigster Punkt
Wenn wir aus unserer Stillreise eine Sache mitnehmen, dann diese: Es ist egal, wie ihr euer Kind ernährt. Wichtig ist, dass sich die Mama dabei wohlfühlt. Denn eine entspannte Mama bedeutet ein entspanntes Kind, das funktioniert fast automatisch. Es bringt nichts, sich zu etwas zu zwingen, bei dem man sich nicht wohlfühlt.
Gerade am Anfang ist alles so aufwühlend, da prasseln Meinungen, Ratschläge und gut gemeinte Tipps von allen Seiten auf einen ein. Hört auf euer Bauchgefühl und macht die Dinge so, wie es sich für euch richtig anfühlt. Ob Stillen, Flaschennahrung oder beides im Wechsel: Ihr macht das gut.
Und unsere Stillreise? Die geht tatsächlich total unerwartet immer noch weiter, und ein Ende ist bisher auch noch nicht wirklich geplant. Mal sehen, wohin uns diese Achterbahn als Nächstes führt, diesmal aber mit Sicherheitsbügel.
